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16.07.10

"Ich möchte, dass meine Geschichten klingen wie Musik"

Viele Menschen träumen davon ein Buch zu schreiben, doch ihre Manuskripte werden von den Verlagen immer wieder abgewiesen. Völlig anders war das bei Silke Meier, Autorin und Familienmanagerin aus dem oberfränkischen Selb: "Das Buch kam zu mir." Völlig unerwartet, über Jesus.de.

Mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, heimlich und leise, so fing sie als Kind zu schreiben an. "Dort hatte ich meine kleine, für mich unzerstörbare Welt" erinnert sich die 38-Jährige. "Das war mein Paradies." Und so brachte sie im Licht der Lampe alles zu Papier, was sie bewegte. Aber stets nur für sich. Jahre später, als ihre Aufsätze in der Schule vom Klassenlehrer häufig vorgelesen wurden, war ihr das eher unangenehm. "Von einer Veröffentlichung oder gar einem Buch habe ich nie geträumt", erinnert sie sich.

Ab 2001 jedoch wurden die privaten Gedanken zum Teil öffentlich. Sie meldete sich bei jesus.de an und schrieb Beiträge in den Foren. Und schrieb und schrieb. Die breite Themenpalette faszinierte den Internet-Neuling: "Es gibt dort eine Beschränkung von 100 Beiträgen pro Woche. Es war so eine Art Ritual, am Sonntagabend schnell noch den Rest zu verbraten."

Beim Stöbern in den Foren kamen ihr viele neue Ideen und Gedanken. „Manche davon so, als wären sie in mich hineingelegt worden“, beschreibt die Autorin ihre Erfahrung. „Dieses Gewühl an Worten wollte ich so lange in meinem Kopf bewegen, bis es strukturiert und verständlich wieder heraus sprudeln konnte. Das ist auch heute oft noch ein gutes Stück Arbeit, betonharte Gedankensplitter in Worte zu verwandeln.“ Mit der Zeit wurde sie immer mutiger, ihre Sprache „verdichtete“ sich, so beschreibt es die 38-Jährige heute. Was ihr jedoch fehlte, war eine konkrete Aufgabe. Ein Auftrag. Über das Verfassen von Forenbeiträgen hinaus. Als dann die jesus.de-Redaktion 2004 ehrenamtliche Reporter suchte, bewarb sich Silke Meier mit den Worten: „Darauf habe ich schon lange gewartet!“

In der Folgezeit veröffentlichte sie unter anderem Artikel über den Weltgebetstag der Frauen, das Holocaust-Mahnmal in Berlin, die Großveranstaltung "Calling all Nations", das Christival in Bremen - und schließlich, im Frühjahr 2008, ihren ganz eigenen, privaten "Fasten-Blog". "Vielleicht war mir da zum ersten Mal wirklich bewusst, wie öffentlich und gleichzeitig persönlich meine Texte inzwischen geworden waren", erinnert sich Silke Meier. "Der Blog war ja wie mein Tagebuch."

Die Blog-Einträge gefielen einer Lektorin des christlichen Brunnen-Verlags so gut, dass sie über die Jesus.de-Redaktion Kontakt mit Silke Meier aufnahm und sich mit ihr in Würzburg traf. "Dort hat mir die Lektorin dann angeboten, ein Buch zu schreiben", erzählt die 38-Jährige. Ein eigenes Buch! "Wer sollte sich meine Geschichten kaufen und womöglich als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen wollen?" Sie zögerte, sagte aber trotz ihrer Zweifel zu.

Dann schrieb Silke Meier. Sehr persönliche Geschichten. Wie die über eine verstorbene Foren-Mitarbeiterin von jesus.de. Oder den Clown Hanns. Sie erzählte von Begegnungen mit faszinierenden Menschen wie dem Filmemacher Robin aus der Schweiz, der gelesene Psalmen auf die Internet-Videoplattform "YouTube" hochlädt. "Ich möchte, dass meine Geschichten klingen wie Musik und die Menschen, wenn sie wollen, sich davon berühren lassen können", sagt die Autorin. Im Februar 2010 war "Filz und Firlefanz", so der Buchtitel, fertig.

Die lokale Presse brachte kurz darauf ein großes Interview mit der Autorin. Sechs Wochen später folgte im April die erste öffentliche Lesung im Lutherheim in Selb. "An diesem Abend bin ich mit meinem Buch nach Hause gekommen."

Und nun? Silke Meier schreibt weiter. Für Jesus.de, aber auch für die lokale Tagespresse in ihrer Heimat. Hin und wieder verfasst sie einen Artikel für die evangelische Wochenzeitung in Bayern, das "Sonntagsblatt" oder auch mal eine Moderation für einen Beitrag der Evangelischen Funkagentur. Auch weitere Lesungs-Termine für „Filz und Firlefanz“ stehen schon fest. Silke Meier hat die Taschenlampe ausgeknipst und die Bettdecke gelüftet.

(15.07.2010, Daniel Wildraut, Jesus.de)


Heute in Wunsiedel:

Lesung im Hof des Fichtelgebirgsmuseums
Silke Meier liest aus ihrem Buch "Filz und Firlefanz"
(Begleitprogramm zur Ausstellung “Eine Geschichte mit Liebe - Hochzeit 1810 - 2010”)

Beginn: 18.00 Uhr

Die Selber Autorin Silke Meier liest am Freitag, 16. Juli, um 18 Uhr im Museumshof des Fichtelgebirgsmuseums in Wunsiedel aus ihrem kürzlich erschienenen Buch “Filz und Firlefanz - Nähkästchen-Geplauder zwischen Schürze und Chiffon”.

Wenn die Hochzeitsglocken läuten ist das ein ganz besonderer Tag im Leben eines Paares. Vom “schönsten Tag im Leben” ist oft die Rede. Über die Jahrhunderte hinweg wurde dieser Tag mit ähnlichen Gebräuchen und Traditionen verbunden und doch immer wieder neu gefeiert. Eines hat sich dabei nie verändert: Zwei Menschen lieben sich, schauen sich tief in die Augen und sagen “Ja” zueinander.

Von zwei Brautpaaren, einer Hochzeit am 9.9.09 und einer Feierlichkeit im Juni 1939, erzählt eine der Geschichten von Silke Meier. Auch andere große und kleine Dinge des Lebens hat sie zum Anlass genommen, um daraus Geschichten leicht wie eine frische Brise und doch mit Tiefgang zu kreieren. Die Autorin hat die Gabe, mit ihren Erzählungen zu unterhalten und gleichermaßen zu berühren. “Unaufdringlich, wie eine Seifenblase, die vor Freude zerspringt.”

Musikalisch begleitet wird die Lesung von Schülern aus dem Akkordeonorchester der Musikschule Selb. Die Musikstücke wurden eigens zu den Erzählungen einstudiert. Auch ein Hochzeitsmarsch wird an diesem literarisch-musikalischen Sommerabend zu hören sein. Die Lesung findet im Rahmen der derzeitigen Ausstellung “Eine Geschichte mit Liebe - Hochzeit 1810 - 2010” statt. Im Anschluss an die Lesung können Bücher von der Autorin signiert werden.

27.04.10

"Tango! - Die Geschichte des Clown Hanns"


„Filz & Firlefanz“ gelesen von Silke Meier

„Mein Buch und ich sind heute Abend nach Hause gekommen“,

sagt Silke Meier am Ende ihrer Lesung am 19. April im Lutherheim. Ihr erstes Buch stellt sie vor und ist überrascht und erfreut über die große Zahl an Besucher/Innen, die gekommen sind, um ihr zuzuhören.

Geschichten über Menschen, die glücklich sind und glücklich waren, schreibt sie. „Das Glück ist ein Maßanzug“, unglückliche Menschen seien jene, die den Maßanzug eines anderen tragen wollten, meint sie gleich in ihrem ersten Kapitel, und fordert das Publikum auf, bei dem einen oder anderen Kapitel an den persönlichen Kleiderschrank zu gehen und nachzuschauen, ob auch sie zu ihrem Lebens sagen können: „Ja, das passt mir“. In all ihren Geschichten wird ihr tiefer Glaube deutlich. Dekan Dr. Pröbstl weist in seiner Einführung darauf hin, dass ihr Glaube in ihrem Buch immer wieder „wie ein funkelnder Edelstein leuchtet“. Mitten hinein in unser Leben gehöre der christliche Glaube und Silke Meier zeige das, der Glaube sei bei ihr stets präsent.

Sie schreibt offen, direkt, sehr gewinnend, es sind sehr persönliche, oft berührende Geschichten. Ganz still wird es manchmal im Saal, einige nicken oder lächeln still in sich hinein. Immer wieder sind ihre beiden kleinen Töchter Thema, sie ist glücklich, das Leben der Kinder zu sehen und mitgestalten zu können, macht sie deutlich. Das spürt man im Artikel vom großen Auszug eines kleinen Mädchens, „Schirm, Charme und Zuckertüte“, oder in „Die orangefarbene Bommelmütze“, wo sie von Glücksmomenten im ganz normalen Alltag schreibt, von Sekunden, in denen die Augen der Kinder strahlender leuchten als alle Sterne am Himmel. Humor hat sie auch, das zeigt sie unter anderem mit der Geschichte von der rotseidenen Unterhose, einem deftigen Theaterstück in einer bayerischen Kleinstadt (ganz sicher Selb), das sie in Kurzfassung augenzwinkernd beschreibt.

Am besten gefallen hat mir die Geschichte vom Clown Hanns, den sie für ihre Töchter und deren Geburtstagsgäste erfindet, als der Regen das Spielen draußen verhindert. Oder hat sie ihn gar nicht erfunden? Gibt es ihn vielleicht wirklich? Den alte Clown Hanns, der sich Sorgen macht, dass der Zirkusdirektor lieber junge Profi-Clowns anstellen will, und schließlich doch noch erlebt, dass er die „einzigartige Nummer“ sein soll, die angekündigt wird? Der Clown, der dann dem Himmel für die Sterne dankt, wohl in seinem ersten Gebet?

Mit dem Artikel „Waschbar bei 90° - Das Leben ist kein Schonwaschgang.“ offenbart sie sich dem Publikum. Es hätte eine Zeit in ihrem Leben gegeben, da hätte sie nicht sortiert. Es sei ihr egal gewesen, welche Eigenschaften ein Material hatte. Pflegeanleitungen interessierten sie nicht, Etiketten schnitt sie ab, die Dosierung des Waschpulvers überließ sie dem Zufall, schleuderte unkontrolliert dahin. Dann der Wendepunkt, den sie als eine unversiegbare Kraft bezeichnet, als frisches, sauberes Wasser, eine behutsame Quelle. „Es gab eine große, imaginäre Wäscheleine, von der Gott das eine Ende fest hielt und das andere mir schon lange entgegen“, schreibt sie.

Heute ist Silke Meier eine Frau knapp an die Vierzig, die mitten in einer guten Phase ihres Lebens steht. Mit großer Kraft widmet sie sich ihrer Familie, aber ebenso ihrer freiberuflichen Tätigkeit bei der Frankenpost und nicht zuletzt dem kirchlichen Engagement. Sie sagt, dass sie immer wieder in sich hinein horche, um dann mit expressivem Leben zu antworten. Und dass ihre Weiterentwicklung offen sei. Da kann man gespannt sein, was es von ihr noch zu hören und zu lesen geben wird.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Akkordeonmusikensemble der Musikschule Selb mit jungen Musiker/Innen unter der Leitung von Georg Gebert den Abend ganz vorzüglich mitgestaltet hat. Neben anderen flotten Stücken war passend zu dem Artikel „Tango!“ – Oder: Wie viele Kinder passen in mein Wohnzimmer“ ein schöner Tango zu hören.

Brigitte Heinrich

23.04.10

Die erste Lesung............



und der Artikel dazu.
Danke an Helmut Kitter........

Eine Autorin
mitten im Leben


Die Selberin Silke Meier stellt im Lutherheim ihr Erstlingswerk „Filz & Firlefanz“ vor. Tief verwurzelt im christlichen Glauben nimmt sie die Zuhörer mit in ein glückliches Leben.




"Religion ist in der Schule, Kirche ist am Sonntag, und Gott ist ein lieber Mann - nein, so einfach ist es nicht", meinte Dekan Dr. Volker Pröbstl, als er im Lutherheim die Autorin und die vielen neugierigen Zuhörer begrüßte, die Silke Meiers Nähkästchengeplauder über Filz und Firlefanz, zwischen Schürze und Chiffon hören wollten. Nein, Religion gehöre in den Alltag, unsere Kirche stehe zu jeder Stunde offen und Gott sei das große Geheimnis unseres Lebens, das es täglich neu zu entdecken gelte.

Als Silke Meier etliche Kapitel aus ihrem neu erschienenen Büchlein vorlas, das nicht zuletzt viele ihrer eigenen Erlebnisse als Ehefrau, Hausfrau und Mutter zweier Töchter, aus Haushalt und ihrem täglichen Leben enthält, konnte mancher Zuhörer mal schmunzelnd, mal nachdenklich an seinem eigenen Leben erkennen, dass es sich lohnt, Jesus Christus, dem wahren Menschen und wahren Gott zu danken.

Das 126 Seiten umfassende Büchlein ist beileibe kein frommes Buch, denn die Autorin frömmelt nicht, aber aus jeder Zeile ist zu erkennen, dass ihr Leben - und sie steht mit beiden Beinen darin - fest im christlichen Glauben verankert ist.

Die Kapitel haben alltägliche Titel. Zum Beispiel "Das Glück ist ein Maßanzug", und das stimmt, meint Silke Meier jedenfalls. Denn das Glück kneift nicht am Hosenbund, ist nicht zu lang und nicht zu kurz, verliert keine Knöpfe, und wer Glück hat, dessen Reißverschluss verhakt sich nicht.

Die Autorin erkennt, ihr Leben ist ihr genau auf den Leib geschnitten, und sofern ein Leser ihrer Zeilen von seinem Leben sagen kann "Ja, das passt mir!", dann hat er deren Sinn erkannt.

Allegorisch, teilweise metaphorisch gewinnt Silke Meier allen ihren humorvoll geschilderten Erlebnissen und Anekdoten einen biblischen Sinn ab. Ob es nun um den Kauf eines neuen Kleides, um ihre Handtasche ("eine, die mit mir unterwegs ist"), um Reiseerkenntnisse im Schlafsack oder den ersten Schultag des Töchterchens geht, die Autorin weiß sich, die Familie und ihre Kinder in Gottes Hand.

Am Ende des Kapitels "Tango" sind die Zuhörer von der Poesie des Gehörten und der Geschichte des Clowns Hans so ergriffen, dass es einige Augenblicke dauert, bis sich die Hände zum verdienten Beifall rühren.

Während die Glocken der Andreaskirche zum Abendgeläut erklingen, liest die Erzählerin gerade vom Schicksal des Propheten Jona. Wahrhaft andächtige Stimmung herrschte in diesem Moment unter den Lauschenden. In anderen Kapiteln der Lesung kommt in der Erkenntnis, hier wird aus dem richtigen Leben erzählt, auch immer wieder Heiterkeit auf.

Die Lesung wurde von den munteren Akkordeonklängen der Selber Musikschule unter der Leitung von Georg Gebert angenehm aufgelockert, und die schmissigen, rhythmischen Weisen, vom Boogie bis zu den Beatles bedachte das Publikum mit lebhaftem Applaus.

Dekan Pröbstl verehrte der Autorin zum Dank einen bunten Blumenstrauß und bedachte die Musiker mit je einer Rose.

Die zweistündige Lesung sei so kurzweilig gewesen, meinte er, dass sie ihm gefühlsmäßig nur Minuten zu dauern schien. Zum Abschied drängelten sich die begeisterten Zuhörer, um sich eins der Büchlein mit einer Widmung der Autorin zu erwerben.

(Selber Tagblatt/ 22.04.2010)

26.02.10

Das erste Interview: "Das erzählt sehr viel von mir privat"


Wer hatte die Idee zum Buch?

Die Idee, dass ich ein Buch schreiben könnte, hatte Petra Hahn. Sie ist Lektorin beim Brunnen-Verlag in Gießen.Über einen längeren Zeitraum las sie meine Artikel, die ich auf Jesus.de als freie Autorin verfasse. Über die Redaktion dort nahm sie dann mit mir Kontakt auf, und wir trafen uns an einem Spätsommertag in dieser Autobahnraststätte hoch über Würzburg. Es war ein Treffen, bei dem wir uns erst einmal beschnupperten. Ich saß hinter dieser großen Fensterscheibe, schaute über die Weinberge, hatte ein Sandwich und einen Cappuccino vor mir und ließ erst einmal alle meine Gedanken vorüberziehen. Ich konnte nicht fassen, welche Aufgabe da auf mich zukommt und welche Chancen sich damit auftun. Ich kann mich noch erinnern, dass ich am Abend per E-Mail folgenden Satz an Freunde versandte: "Es geht eine Tür auf in eine Welt, die mich im Moment noch blendet."

Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen?

Als ich die ersten Buchstaben konnte, also in der ersten Klasse. Ich denke, die Zeit muss man mit einberechnen. Die Zeit all der Jahre meines Lebens ist auch jene, die ich in meiner Dankesliste am Ende des Buches erwähne. Ich hatte früher Tagebuch geschrieben, unzählige Briefe an Freundinnen und Freunde - und wenn ich heute zurückschaue, hat sich dabei irgendwann mein ganz persönlicher Schreibstil entwickelt. Geprägt und gefördert auch durch meinen Redakteur auf Jesus.de, Pascal Görtz. Fünf Jahre arbeiteten wir zusammen, und in dieser Zeit habe ich in meinen Texten sehr viel verarbeitet und mich auch immer tiefer selbst entdeckt. All das spiegelt - so hoffe ich - mein Büchlein wider. "Nähkästchen-Geplauder" - das erzählt sehr viel von mir privat.

Wie lange hat es gedauert, bis das Manuskript fertig war?

Ein Manuskript hat es nie gegeben. Ich fing an, auf mein Leben zu schauen. Wie ist das, wie fühlt sich das an, was erlebe ich hier ganz nah um mich herum - und was davon interessiert die große Welt da draußen. Dann fing ich an, das in Worte zu fassen und entsprechend zu gestalten. Man muss sich das so vorstellen, ich ging ins Hallenbad, ins Theater, ins Porzellanmuseum und saß dann spät nachts mit dem Laptop auf den Knien in einem Sessel und habe geschrieben. Wenn eine Geschichte fertig war, schickte ich den Text per E-Mail an Petra Hahn. Und sie war jedes Mal begeistert. Das motivierte mich, einfach so weiterzumachen. Wobei ich mir sehr lange nicht vorstellen konnte, wie es tatsächlich ist, ein Buch, ein fertiges Buch in den Händen zu drehen. Als es letzte Woche bei mir ankam, stellte ich es erst einmal in das Regal zu allen anderen. Mein Buch und ich gewöhnen sich noch aneinander.

Wie sind Sie zum Verlag gekommen?

Der Verlag kam ja auf mich. Das Buch kam zu mir. An manchen Tagen dachte ich, es ist schon alles da, ich brauche nur noch hineinzuschlüpfen und in Worten auspacken, was ich sehe, schmecke, höre und rieche.

Wie viele Geschichten enthält es?

Es sind 27 Geschichten plus die Dankesliste. Die Namen dort erzählen auch...

Wie sind Sie auf die Geschichten gekommen?

Wie gesagt, ich habe sie erlebt. Im Vorwort schreibe ich vom Glück, das ein Maßanzug ist. Ein Maßanzug, der mir - wie jedem anderen auch - mit Leib und Seele geschneidert ist. Das ist kein allzu großes Geheimnis. Aber es dauert mitunter lange, zu seinem eigenen Leben bedingungslos "Ja" sagen zu können. Ich glaube, das ist auch der Nutzen des Buches, den Leser aus den Geschichten ziehen können: Ja zu sagen und für ein paar Geschichten zwischendurch die Seele baumeln zu lassen. Wobei manche Geschichten auch von den "Wolken-Brüchen" berichten. Die Brüche möchte ich nicht verschweigen, sie gehören dazu. Manchmal muss man Abschiede hinnehmen, die lange Zeit wehtun.

Welches ist Ihre Lieblingsgeschichte und warum?

Das ist schwer zu sagen. Zum einen die Titelgeschichte, sie spielt in der Schweiz. Dann dieses Brautpaar vom 9.9.09, die Museumsgeschichten oder die Lektionen mit meinen Töchtern. Die Lieblingsgeschichte ist die des Clowns Hanns. Er ist ein Protagonist, den ich erfunden habe. Die Idee dazu hatte ich nach einem Telefonat mit Peter R. Dommel, der als christlicher Zauberkünstler sehr viel reist. Er ist nicht identisch mit dem Hanns, aber was er mir erzählte, hat mich sehr bewegt. Etwa eineinhalb Wochen später fing ich an, das in Worte zu basteln. Und habe das dann noch ein paar Mal überarbeitet, bis es so stand, wie es jetzt zu lesen ist.

Welche Bedeutung haben für Sie die Bibelzitate am Ende der Geschichten?

Sie bedeuten mir schon etwas. Der Brunnen-Verlag ist ja ein renommiert christlicher. Ich bin, wahrscheinlich genauso lange, wie ich schreiben kann, dem christlichen Glauben zugetan. Ebenso, wie sich meine Schrift entwickelte und meine Sprache, so auch mein Glaube. Ein paar der Verse unterstreichen das.

Wie war bislang die Resonanz auf Ihr Buch?

So lange gibt es das ja noch nicht, und es haben noch nicht viele Leute bekommen. Kritik habe ich bisher noch keine gehört, würde sie aber dankbar annehmen. Für das nächste Buch, das vermutlich eines Tages kommen wird, nehme ich gerne Ratschläge an. Für den Anfang nicht allzu hart, bitte.

Die Fragen stellte Michael Geitz

(fpst_26.02.2010)

15.02.10

"Filz & Firlefanz - Nähkästchen-Geplauder zwischen Schürze und Chiffon"

Stern-Stunde, Luft-Sprung, Gedanken-Wirbel:

es ist alles auf einmal. Wie oft im Leben hält ein Autor sein eigenes Buch zum ersten Mal in den Händen? Bei mir war das heute. Und ich denke, diesen Tag werde ich nie mehr wieder vergessen.


"Filz & Firlefanz"

Wie ein Erstlingsautor sonst den Tag X verbringt, weiß ich leider nicht. Dazu fehlt mir die Erfahrung. Es fühlt sich an wie nach einer Geburt. Die ganze Aufregung ist erst einmal vorbei und nun liegt es da. Ich habe es heute in den Händen gedreht und darin geblättert und gelesen. Und ich glaube, mein Buch und ich werden sich ganz gut aneinander gewöhnen. Von heute an werde ich eine Beziehung zu ihm aufbauen. Und zu dem Geflecht der Leserinnen und Leser, die es bald haben wird. Wenn Sie, lieber Blog-Leser, durch den Link in dem Buch hier her gefunden haben, dann erst einmal ein herzliches Willkommen!

Falls Sie mir ihre Gedanken und Erlebnisse zu "Filz & Firlefanz" mitteilen wollen, dann schreiben Sie bitte an sim0224 (at) yahoo.de

P.S. heute Mittag habe ich eine Pizza geholt. Belegt mit Salami, Schinken, Champignon, Artischocken, Oliven und Muscheln. Das hielt ich für angemessen und nicht allzu übertrieben.

08.12.09

Neulich im Copy-Shop.......



ich befinde mich an einem nicht näher zu definierenden Ort zwischen Copy-Shop und Briefkasten.

Die Druckfahnen meines Buches habe ich nun zwei, teilweise auch drei mal durchgelesen und nun gehen sie also zurück ins Werk.

Ich habe eine ISBN-Nummer. Vielmehr, das BUCH hat eine ISBN-Nummer. In dem Buch steht viel über mich. Es ist von mir. Über mich. Für Dich........... Ich glaube, das ist der Punkt: Es ist für Dich. Und Du, lieber unbekannter Leser, wirst (vielleicht) bald mein Buch bestellen. Oder irgendwo liegen sehen. Geschenkt bekommen. Oder empfohlen. Vielleicht liest Dir auch jemand daraus vor. Ich liebe das sehr, eine Geschichte vorzulesen.

Du, lieber Leser oder liebe Leserin, wirst "es" in die Hand nehmen und drehen und darin blättern. Irgendwann setzt Du Dich dann irgendwo hin und liest. Wenn Du Fragen hast, dann frag. Mich oder andere. Wenn Du etwas mitteilen willst, dann teile Dich mit. Mir oder anderen.

Wenn es für Dich jemanden gibt, den es so nur in Deinem Leben gibt und dem nur Du sagen kannst, was Du sagen möchtest, dann warte nicht länger. Vielleicht machen gerade Deine Worte aus irgendjemand einen ganz besonderen, einzigartigen Menschen.

128 Seiten - und ich glaube, auch das wollte ich damit sagen.