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05.01.10

Die Jahreslosung:

Der erste Satz des Jahres
gesagt von Jesus Christus:

"Euer Herz erschrecke nicht!
Glaubt an Gott und glaubt an mich."


Ich bin gespannt, ob ich erschrecke,
was mir einen Schrecken einjagen wird

und wie oft ich es schaffe, den Schrecken zu überwinden.

Mit Glauben an Gott?
Mit Glauben an Gott. An Gott und Christus.

Ich hab´s fest vor - er möge mir dabei helfen!


06.12.09

"Liebesbrief an den Sonntag" - von Pfarrerin Silke Wolfrum


Lieber Sonntag,

Gedanken soll ich mir über Dich machen, hier in diesen Zeilen. Du bist mir im Lauf des Lebens ein treuer Weggefährte geworden. Ohne Dich wäre ich an einem ganz normalen Alltag geboren. Ich weiß nicht, ob das mein Leben verändert hätte, aber vielleicht bist Du mir ja deshalb so lieb und wert!

Ich gebe zu, ich musste erst einige Jahre mit Dir verbringen, bis ich Dich schätzen lernte. Aber inzwischen ist mir Deine Unterbrechung der Alltagswoche, des aufgezwungenen Termindrucks und der Erfüllung von Pflichten und Anforderungen mehr als willkommen. Ich würde Dich schon allein deshalb als heiligen Tag bezeichnen, weil mir mein Freiraum heilig ist, die Ahnung, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als Planvorgaben und Börsenziele.

Du erster Tag der Woche, Du schiebst Dich beharrlich alle sieben Tage vor meine Planungen. Du willst den Anfang machen, jede Woche neu. Vor rund 2000 Jahren bist Du zu einem besonderen Tag geworden. Es war der Tag, an dem Dein Herr, Jesus Christus, von den Toten auferstanden ist. Das war dieser Tag, an dem viele lernen konnten, dass es eine heilsame Unterbrechung gibt. Sie entdeckten, dass Gott mehr Möglichkeiten hat, unser Leben zu verändern und auf einen neuen, tragfähigen Grund zu stellen, als politische Machthaber und vermeintlich einflussreiche Personen. Da hat Gott dem Leben einen neuen Sinn und eine neue Chance gegeben.

Ich gratuliere Dir, dass Du jetzt noch mal unter einen besonderen Schutz gestellt worden bist. Gerade im Advent. Nichts in unserer Zeit verändert die Menschen, Straßen, Fenster und Geschäfte so sehr wie diese Zeit. Sie verwandeln sich in einen Zustand freudiger Erwartung: Sie erinnern sich an Weihnachten, daran, dass Gott Mensch geworden ist.

Lieber Sonntag, dafür brauchen wir Dich. Wir brauchen Dich, weil Du uns zwischen Geschenke einkaufen und arbeiten, putzen und planen, Feiern in Schulen und Betrieben noch Luft zum Atmen lässt und Zeit schenkst, um zur Ruhe zu kommen. Lieber Sonntag, ich hoffe, dass Du durchhältst, auch wenn viele an Dir zerren und einen Alltag aus Dir machen möchten. Ich wünsche mir, dass ich viele Stunden gemeinsam mit Dir verbringen kann und wünsche Dir, dass Du heilig bleiben darfst und dass Du Deine Liebe und Treue durchhältst, auch wenn ich Dir manchmal untreu werde.

Deine Pfarrerin Silke Wolfrum


06.02.09

Der Fortschritt ist eine Schnecke


Mir dauert das alles zu lange.

Mal angenommen, ich würde aus meinem Dorf hier einmal heraus kommen und in einer Großstadt mit dem Bus fahren wollen: der Bus kommt und ich sehe diese Aufschrift:

“Wahrscheinlich gibt es keinen Gott - also hör´ auf, dir Sorgen zu machen und genieße das Leben.”

Was würde ich denken?

Teil I des Satzes hätte ich längst vergessen, während Teil II im Gedächtnis bleibt. An die beschlagenen Bus-Scheiben könnte ich ein Sorglos-Schäfchen malen, das grünes Gras frisst. (Grün geht an beschlagenen Bus-Scheiben nicht, aber soviel Fantasie wird wohl jeder haben!) Meinem Nachbarn einen Sitz weiter könnte ich sagen: “schauen Sie, mein Sorglos-Schäfen - haben Sie die Aufschrift auf dem Bus gelesen?”

Nein, hätte er natürlich nicht. Wer, außer den Leuten in den Redaktionen, liest bitte die Aufschrift auf Bussen? Die rollenden Bus-Botschaften halte ich für ein Laplace-Experiment: Ein Zufallsexperiment, bei dem die Wahrscheinlichkeit der Elementarereignisse gleich hoch ist. Zufällig bedeutet: das Ding hat einen unvorhersehbaren Ausgang. Oder ist ein Bus mit Aufschrift etwa geeignet, um die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes zu prognostizieren? Wahrscheinlich eher nicht. Keine Statistik belegt momentan, welches abzählbare Ergebnis die Kampagne bisher brachte.

Ganz schlau habe ich mir auf die Schnelle angelesen, dass “aus der Additivität der Wahrscheinlichkeit disjunkter Ereignisse folgt, dass komplementäre Ereignisse (Gegenereignisse) komplementäre Wahrscheinlichkeiten (Gegenwahrscheinlichkeiten) haben: P(Ω\A) = 1-P(A). Daraus folgt unmittelbar, dass das unmögliche Ereignis, die leere Menge, die Wahrscheinlichkeit Null hat: P({})=0“.

Und damit halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass es Gott nicht gibt, für widerlegt. Ich weiß, das klingt alles sehr naiv. Aber ich bin vom Dorf und ich wünschte, hier würden mehr Busse fahren…

06.01.09

eingepackt.......




haben wir heute unseren Jesus in der Krippe.

Grinsend lag er in das Tuch gewickelt und streckte uns die nackten Füße entgegen, als wir am Heiligen Abend die Geschenke auspackten.

Wir passten auf, dass keines der Spiele und Bücher, keine Tassen und Flaschen und auch nicht der neue Terminkalender vor seine Nase gestellt werden.

Immer lächelnd lag er in dem Stroh. Selbst beim dritten Lebkuchen zog er keine Grimassen.

Nun hat er wieder ein Jahr Ruhe. Die elektrischen Kerzen sind ausgeschaltet und zusammen gerollt. Das Rentier, der Weihnachtswichtel und die mühsam gefalteten Papiersterne besinnen sich in der Schachtel neben ihm.

Heute bekam er noch einmal Besuch von drei Weisen aus dem Morgenland. Sie packten aus - und wir packten ein. Sie treten ab. Weihnachten ist vorbei.

Jesus wird groß.

04.01.09

WOW.... die Technik!



vorgestern hielt ich neugierig Ausschau

nach neuen Möglichkeiten

und hier und heute stehen die Basics für meinen Blog.

Der Zusammenhang von dem einem zum anderen erschließt sich mir nicht -

aber irgendwo muss ich ja mal anfangen ;o)

















"Nichts ist unmöglich"

- Gedanken zur Jahreslosung 2009 -

… und? auch zuerst an Toyota gedacht? Dieses Toyota-Ding sitzt bei mir ungefähr so tief, wie der alte Spruch vom Pausenhof: "wenn du dich fühlst wie ein Frosch, dann spring!" Dieser Slogan hilft, in schier auswegloser Position den letzten Mut eines quakenden Frosches zusammen zu kratzen und im blinden Aktionismus irgend etwas zu tun. Die Gefühlslage gleicht zwar weiterhin einem abgetümpeltem Frosch-Teich-Wasser: Aber man springt. Hoch und weit und mitunter sehr elegant.

Ähnlich mag es dem reichen jungen Mann gegangen sein, zu dem Jesus die Worte der Jahreslosung sprach. In meiner Fantasie existiert dieser Junggeselle als smarter Enddreißiger mit viel Geld und wenig Zeit. Er ist ein gern gesehener Gast in angesagten Clubs, achtet auf gut gepflegte, vielversprechende Beziehungen und jettet in der knapp bemessenen Zeit von dem hart verdienten Geld überall dorthin, wo es schön und gut und teuer ist. Er ist einer, der alles hat und den viele beneiden und der trotz finanzieller und sozialer Sicherheiten spürt: mir fehlt noch etwas. Er möchte zum Kern der Sache kommen: er möchte das ewige Leben und weiß nicht so recht, wie er da ran kommt. Die Kreditkarte bringt ihn nicht weiter, das Netz an Geschäftspartner reicht nicht aus und die Freunde verstehen nicht wirklich, nach was er sucht.

Der junge Mann geht zu Jesus. Wie krass mag das aussehen? Eine Hand lässig im maßgeschneiderten Anzug, die Visitenkarte griffbereit in der Designer-Mappe und das Handy auf lautlos, stellt er sich vor: "Guten Tag, guter Meister! Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?" Vielleicht hätte Jesus gleich einschlagen können und die Kontaktdaten austauschen. Man hätte wieder einmal voneinander gehört. Doch Jesus regelt zuerst die Formalitäten: die Anrede war nicht korrekt. "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein". Sehr nett wäre hier eine spitzfindige theologische Diskussion über die Dreieinigkeit Gottes gewesen, bevor Jesus mit den Geboten auffährt. Die der Protagonist natürlich geflissentlich und selbstredend von Kindheit an gehalten hat. Nun nennt Jesus die Customer Instruction für das ewige Leben: "Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach!"

Das ist doch extrem spannend! Er ist so nah dran, er steht direkt davor und kann doch nicht ablassen vom gewohnten Leistungsdruck und dem hart erarbeiteten Wohlstand. Er verhandelt nicht und widerspricht nicht. Er ist traurig. Und als Jesus das sieht, sagt er, wie schwer es sei, als Reicher in das Reich Gottes zu kommen.

Live miterlebt mag diese Szene sehr spannend zu beobachten gewesen sein. Vielleicht waren die Leute geradezu entsetzt, als sie fragten, wer dann selig werden könne. Und nun sagt Jesus diese Worte, die die Spannung weg reißen und alle Unsicherheiten vernichten:

"Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist möglich bei Gott"

Die Geschichte des reichen jungen Mannes muss nicht zu Ende sein. Gott gibt ihn nicht auf und schickt ihn nicht weg. Gottes Möglichkeiten sind größer, als das, was ich mir vorstellen kann.

Der Gedanke, diese Möglichkeiten 2009 ausprobieren und bestaunen zu dürfen, lässt mich das neue Jahr aufgeregt erwarten. Entgegen dem Trend dusterer Prognosen gibt es andere Möglichkeiten, als angespannt ängstlich in die Zukunft zu schauen. Die Jahreslosung verstehe ich als Herausforderung, neugierig Unmögliches zu erwarten.

Denn, wie wussten schon die Marketing-Experten:

"Nichts ist unmöglich…"